Freitag, 20. Juli 2012

*das beste pressen

aus dir selbst gebären,
vor <der> wiedergeburt,
zusammenfallen mit den zeitgleichen augenblicken
das atemholen des phönix
ob das letzte oder das erste kann man nicht entscheiden
[entscheiden heißt bestimmen heißt ... stimmen zuteilen, einstimmen, dem verstimmen entgegenwirken]
das anschwellen des folgenden herzschlages zu spüren und es als wunder anzunehmen
(dem wunder des körperlichen entgegenfiebern)
sich nicht zufriedengeben mit gefundenen worten,
bestehen im anschwellen
bestehen aus dem anschwellen ...
bemühen im luftstrom von fehlern
wunder, seine überfülle kachieren zu wollen,
das leben, aus dem man besteht, die fraktionierte gesamtheit in ihrer überfülle nicht preisen zu sollen, weil ... "es nicht stimmt";
[xxx]
"jetzt haben wir uns (laufend) verloren,
doch uns dabei nie geschont"


das echteste sprechen
schein für uns "nur" darin,
juwelen zu zeigen - sprich - musik von anderen abzuspielen, nachzusingen;
gefundene worte als gefunden aufzuzeigen,
nachzufahren, nachzuleben,
zu verinnerlichen und somit durchzumischen,
in uns milliardenfach gebrochen und gespiegelt
[[[gebrochene reflexionen]]]


was bedeutet es zu sagen, wir dachten für den moment zu leben,
ausgelegt wurden unsere erschlossenen gegenstände an den falschen stellen
übersehen an ihren richtigen strahlflächen / wohlgemeinten verknüppfungen


es würgt mich zu merken, dass ich so vieles erfassen möchte
_ich breche ab_
weil phänomene fernab von sprachen wirken
nie werde ich verstehen, was sprache und was keine sprache
nie werde ich mich mit meinem verstehen zufriedengeben und somit selbst nicht mit dieser vermessung eines wesentlichen
"lösung"
///
das tägliche wunder,
es bleibt.


***


das beste pressen

fällt kompliziertes auf dich
und gewohnheit ummäntelt deine fähigkeit
diesmal segen
vielleicht taugt der körper doch mehr
auf ein mitgeteiltes fällt dir stets die antwort zu - zeit ist alles.
wie ein stempel
wie ein abzeichen
wie eine urkunde
überhebliche schönweisheit
lass den unfug
ich sehe 'lernen' tatsächlich neu


wir redeten doch von der inneren stimme
ihr reden stets nachmittelbar
berührt
wenn sinne und körperteile ineinander
>>>luzides träumen
schweben in trance ohne wortkorsette
kurz luftholen an der realität um weiterzutauchen
>>>luzides träumen
hört die klänge, fragment der selbstbeherrschung,
einschlafen am übergang von nacht zu tag
schon vergessen
atmung dem schreiben angepasst
taste
ohnmachtsgefühl
--------------------------------------------------------

ich lerne sehen also neu
unter diesem blickpunkt meinen ganzen zugang zur sprache
den zugang zu
-
ich sehne mich nach echter gleichberechtigung
lauter clinches um behauptung
ich bin am besten darin mittels worten tautologische zwickmühlenbunker zu erschaffen
ich meine das gefühl selbst dabei, es wird unausweichlich beschworen
ES KANN EINFACH NICHT MIT GESCHRIEBENEN, AUSGESPROCHENEN (GEISTIG+PHYSISCH) AUSGEDRÜCKT WERDEN
ES GIBT HIERIN KEINE MAGIE DES UNSAGBAREN
KEIN TROST DURCH SPIELIRONIE
ich verstehe nicht immer den (sinn)gehalt meiner worte  denn gleichsam kann man keinen atemzug zweimal ident wiedergeben
(und sprechen ist doch atmen - atmen des selbst)
*
die luft wird geschwängert von anmaßendem größenwahn, nämlich prinzipien in ihren prinzipien begreifen zu wollen
es geht uns meistens um behauptung
ums verlieben in die linien
doch ist nicht alles geschafft, wenn es in plural gesetzt/versetzt wird, nein.
heterogenität ist pracht,
das gewebe, aus dem ein jeder besteht
und ich wiederhole abermals, damit ist nichts ausgesagt
und schon taugt die metapher nicht mehr, noch bevor sie sich entfalten und durchsetzen konnte, noch vor ihrer geburt - so scheint es mit den meisten meiner schmachtenden wortsinnereien
als würde mein bestmögliches nur darin liegen, diesen angelpunkt anzuerkennen,
immer entlarven zu wollen, ohne frei von totgeburten und flausen zu sein, immer selbst gleich entlarvt werden zu müssen
---------------------

ich verstehe dinge
und es gibt keinen trost der desillusion
ich erkenne die verankerung von typischen gegenteilen und dominanzkämpfen
das bringt weder trost noch freude,
überlegenheit kann kaputt machen, unsicher und unüberlegt,
die frage ist, ob ich es akzeptiere oder beim namen nenne:
den namen der person - sie darauf anspreche und dabei nicht ich bleiben kann, weil sie den namen erfährt, unter dem ich sie verstehe und verkenne
-
bemerke ich jene nur deshalb, weil ich an sie glaube, auf sie vertraue - halte ich ihre strukturen somit aufrecht, tag für tag, ohne es zu wollen und doch zu tun
gibt es noch diese bereiche, die verantwortung und unabsichtlichkeit glaubwürdig in wohlwollen verstricken
wo wirklich ein restgehalt an menschlichkeit bleibt nach allen berechtigt gezogenen faziten?
wo die courage sich (nicht blind!) seiner innerlichkeit hingegeben zu haben missbilligt wird da wir alle recht darauf haben
wird der andere zwangsläufig zum angesammelten dreck im ventil einer von nächstenliebe geleiteten subjektivität
das alles hat doch mit liebe zu tun
wenn einem etwas immer wieder ins auge fällt,
und man darüber nicht hinwegsehen kann - kein erzwingen von ignoranz mehr möglich, sondern herantasten
[[[responsivität]]]

stich ins ich

kränkend, da gemein
sticheleien
zerstechen der wunden reibungsflächen
herzstechen mit vergnügen
nennst du dies lieben?
liebevolles wohlwollen?
eine facette der liebe, weißt du
nicht immer tut gut, was gut gemeint
freude am fremdschaden
die freude, andere zu beschädigen - mutwillig, leichten sinnes
belade mich nicht damit //
benenne, was du kompensierst.
kontrolliere, wen du selbstverständlich mit deinem wesen anfärbst
und wieder die frage nach dem mentalen nutzen
"ist das nötig?"
nötig nur für dich ...
weil ich meine seele ungern an kränkungen wachsen lasse
[... grenzen aussprechen ...]
schraffuren // nichts als fahl und zum überspielen gezwungen, verführt

Freitag, 29. Juni 2012

ultra shades

es fühlte sich an, als ob reden
lieben meinte
gleichsam wie ihre gegenseitige liebe wuchs
gleichsam der stärke ihrer liebe wachstum verlieh
kein reden - kein wachsen.
[natürlich gedeiht unter sprachblüten unkraut; aber unkraut ernennt erst der betrachter zu unkraut.]

deshalb wandte er sich ab, mit seinem körper und seinem geist,
wenn sie sein bedürfnis nach sprachblüten fast lächerlich, weil unerheblich machte
indem sie ...
"worüber reden?"
*
es war das verlangen nach zwist
hautschürfender reibung an wortarten
ein masochistisches liebkosen
das ewige wunder von gedanklichen kurzschlüssen
kaum wissen, was er >eigentlich< will
es war ... dieser einfall:
das denken wie einen stein immer wieder aufzurollen oder aufzuwerfen,
schließlich hinuntertreiben zu lassen und dabei zuzusehen
immer wieder von vorne
dieser kristalline brocken, das denken
druckanfällig, halbgeschmiedet und bluttreibend

Samstag, 23. Juni 2012

°

es verfehlt seine eigene perfektion
ganz wirr
bitter und herb wandelt es die lebendigkeit von worten um
würgt sie ab
//
immerhin darf ich hier nein sagen -
weil ich gefühle freien willens annehme,
wenigstens hierin will ich ganz ungezwungen bleiben,
frei, kein über- und überdenken,
[verstehen aus sich selbst heraus - pass auf]
gefühlen ihre noch so gebrechlichste natürlichkeit lassen
bin ich doch 'bloß' hedonist

//

echt wie ein innerstes

fädrig vor fäden: blick durchs knochenmark
inmitten aller echt, meint das herz
erhören und erhöhen, meint der geist und küsst das herz
gabe des antwortens ohne zeit fremd zu verantworten, sagt die seele und erblickt beide
in wohlwollen, in agonie,
mit der zeit

//

woran
wofür
warum

erhitzt und abgekühlt
abgekühlt und aufgewärmt
so das bewusstsein
gibt es da noch nährstoffe im gefühlsmüll?
wir aber brauchen nicht diktierte bedürfnisse

*
es wäre fatal an die auswechselbarkeit eines einzelnen zu glauben
*

konstanter regen /// ein kuss - intravenös
durchsichtig
suche nach einem mittelweg
"aber seine seele war verfault."
hatten wir uns nicht schon mehrmals sicher gedacht,
das innere einer bestandsaufnahme unterzogen,
und daraus das mindeste unterstrichen, nicht abtreten wollen
und dann...
da stören uns so kleinigkeiten, und aus dem stören selbst erscheint nichts nützliches zu ziehen möglich :: dem glück der leere vorgezogen


*


[ ... über freude sprechen ...]


[jn '12]


Sonntag, 6. Mai 2012

*

all dieser menschliche müll, der angeschwemmt wird,
schwarze exzesse und ewiges einreißen
macro und micro vertauscht
ich ersticke an diesem müll und dem gedanken daran


soll sie jemanden finden dessen organismus intakt ist
spontan
sich fügend
geschmeidig am puls der zeit
nicht ihn, ein wrack

am besten bin ich einsam / das beste ich ist einsam

kein delirieren ist diesen preis wert
den preis des selbst-abgehauenen "ego-geweihes",
ein tropfen blut
du zerschmilzt in der roten sonnenglut,
vor dem nachteinbruch,
im wartevakuum des erwarteten wortes,
-
es wird nicht kommen
es wird nicht geteilt
vorübergehend außer betrieb
vorübergehend
übergehen

ersticken soll ich am zufall
vergehen an der zahl
verbrennen im reich der erfahrung
vergällen durch den moment

nur ich und die hasszellen,
wir schließen uns zusammen
agonien gelauscht
die unlust betrachtet zu werden
traurige einkehr von erkenntnis und laune
traurig, das ich und bewusst und unauflösbar
erschöpfen
flocken schöpfen

Mittwoch, 18. April 2012

ein mund voll zuckerscherben

irgendwann werden die menschen aufhören sich um dich zu bemühen.
warst du doch stets ein unvergleichliches mittelmaß deiner selbst.
es ging dir - direkt und eigentlich - nicht um die persönliche konkurrenzfähigkeit.
dein bestes lag verformt auf deinem weg;
es ging dir tatsächlich nicht um die gunst anderer - sie war höchstens ein nebeneffekt.
es erwies sich als klar, dass nicht alles fällt oder aufsteigt.
so etwas wie entfremdung war der welt nicht unbekannt;
... sich wie ein unbekannter seiner selbst wahrzunehmen.
immer an-sprüche an formen,
die anspruchslosesten wirkten zu anspruchslos,
vielleicht zu ungut.
*
den vorteil legte er in ihre hände, konktaktlos,
entbunden von präsenz
nicht jeder ruiniert sich durch seine skepsis; nicht jeder lebt sich zu tode ...

(14.4.2012)

ich meide das gespräch
ein reich des puren selbst nur mehr hinfälligkiet als grund oder hülle oder so etwas
unbestechlich durchdringend
ins auge gefasst -
den gang des flusses
in etwa gegen das grau, gegen die öde des alltags verwehre ich die rede ...

ein falscher jaguar im januar '12

eine endlosschleife schneestürmen
eine blickdichte decke - zusammengenäht an allen enden -
ich mittendrin, verblendet durch die erkenntnis der macht zum opfer zu fallen,
eine macht, sie dich auf alle kanäle erstreckt, die mich betreffen

der ausbruch gleiche einer erbrechenden hysterie und dem besten herausholen aus dem, was das selbst vergießt

Freitag, 23. März 2012

for today's sake // fast wie neu

ich bin einer von musils schwärmern // rilkes ich //

bin weder ganz noch halb noch nicht //
ich bin ein wiedergekautes wort, toten mündern entlassen, selbstvergessenen stunden entstiegen //
ich bin ein gefühl,
ausgewachsen //
ich bin keine bemühung, erkenntnisse zu überwinden, sondern zu verinnerlichen und auszuleben. //
ich bin der alltagsschwindel,
ich mache dir nichts vor,
ahnungslos, sinnesfrei,
verstaubt,
wiedergelesen und wiedervergessen.
[das selbst tritt nicht zurück.]
den hintergrund von gemachten bildern betrachte ich,
nicht mehr danach trachtend -
ich hebe mich davon ab -
wie sich jeder abhebt, meinst du?
jedem ist dies passiert, das zugestoßen. viele redeten darüber. viele schweigten. so teilten sie selbst das mit.

lass mich doch.
lass mich in meinen gedankengängen schlendern, mal gehetzt, ungern versetzt,
vollgeschmiert mit schlagwörtern

ich atme worte, hörst du, ich benutze sie nicht! /////////////////////////////

[22.3.12]

Dienstag, 6. März 2012

*[die welt ist zu leer '10]

die Welt ist zu leer, ohne dich. wie könnte ich dich nicht lieben? ich will weinen und kann es nicht. ich bin trocken und bleich wie mehl. sinke in einen schaft, stehe kerzengerade auf den wackligen pflastersteinen unten, obwohl ich ... der reiz zusammenzubrechen, aufzubrechen, zu brechen. auszubrechen. brechen. es stauen sich gedankenströme in diesem schaft, ich gehe darin unter. 
ein letztes mal, es gibt kein letztes mal!
das negierende nichts wiegt schwer, die Welt ist zu leer.

[seltsam im juni '10]

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
die poren des wortes sind ein einziges minenfeld,
bei jeder berührung explodierst du mit.
ich wälze dich in mehligen träumen, aufgewirbelter staub tanzt an deiner stelle. hohle konturen, soweit das auge reicht.
ohne dich ist alles so leer. zu leer.
klangwelten entzaubert,
die tage haften wie eine glattgerührter teig.

ohne urteil, nur kraft

er hatte angst, abgelehnt zu werden.
zweifelsreif umsäumt die haut
in der liebe wird er schwach
möchte jeden buchstaben verflüssigen, bis er verbleicht
er wird warten bis zur wiedergeburt
er fühlt sich so klein im glanz ihrer existenz,
im schein ihrer seele
in hingabe, ohne >falsche< scham;
tränende angst




(feber 2012)

k'a't'z'e'n'j'a'm'm'e'r'i'm'j'ä'n'n'e'r'

nun,
ich gehe ihn mich hinein. fokus.
das einzige [das wahrhaft einzige], was sich für mich LEBENS-WIRKLICH anfühlt [glaubwürdig] ist hass, und zwar selbsthass.
hass auf mein gesamtes wesen.
der hass reißt mich zusammen, nicht ich.
jetzt schreibe ich glücklicherweise bei vollem bewusstsein -- der hass wirkt,
er zertritt die dumpfe entfremdung : anscheinend das einzig heilsame.
[-]
es macht mir schon angst, wie kahlgeräumt und indifferent mein bewusstseinsfeld nun erscheint. nichts wäre mir lieber, als die kränklichkeit meiner seele = den lebensfeindlichen anteil abzubauen - ich fröne ihm nicht! - ich bin kein mensch, der sich in selbstmitleid badet ohne es nie ändern zu wollen. ich nehme es ernst.
in all der entschiedenheit meiner durchlässigen skepsis denke ich, dass ich mich nicht zu ernst nehme. täte ich es, wäre ich totgelacht.
[-]
noch immer plagt mich die entfremdung. tag für tag, sie leitet fast jeden atemzug. sie macht mir das leben schwer und unverträglich.
[-]
nach tonnen von gedanken und taten ist das, was ich zu sagen habe: ich fühle mich so verlassen, dass es weh tut. diese leere schmerzt ... ungeheurlich.
[-]
(5.1.2012)

heimatgefühl

wie fühlt sich heimat an,
losgebunden von heimaterde,
der muttersprache gewichen,
den wetterlagen getrotzt,
die seelenlandschaften behutsam wahrgenommen, nicht mehr zu betreten gewagt, da sich das betreten oft als eintreten, zertreten und vertreten erwies.
die einseitigkeit des austausches unterstrichen;
darauf reduziert - kein gemeinsames werden aneinander,
miteinander nicht möglich.


wir  werfen alle wurzeln in einen topf
bleiern schwer und hoch erhitzt
extrahieren daraus eine erträgliche brühe
oder ....ein starkes internationalitätsserum
geschmacklos?
wir
wo doch

dann – destillieren wir bis zum geht-nicht-mehr
weg mit diesem sekret, dieses andere auch
die brühe bleibt dennoch geschmacklos

die realität glaubt an keinen kompromiss von gegensätzen, da sie schon immer kompromisslos gegensätzlich war - zum glück fahren einige ihre komplexität nach und verinnerlichen sie,
mit einem puls umfassend .... merkst du es?
mach dir nichts vor.

leid, energie darauf zu verschwenden, komplexe gegensätze kurzzuschließen oder noch mehr fremde kurzschlüsse zu erfahren.
es geht um überzeugung - sie ist unerbittlich, wichtig und transformierbar - ohne sie kapitulieren mechanismen bis zum zusammenbruch.

heimat ist utopie
heimat ist sprache
heimat ist land
heimat ist umwelt
heimat sind mitmenschen
heimat ist gefühl
heimat ist notwendigkeit
heimat ist
wird zur heimat. 
 (feber 2012)

über dies

sprache wirkt wie spott, ein überstandenes fieber ///

mehrere hände zerren an einer person, an verschiedenen körperpartien: "problemzone" :: fremdbestimmung ///

in diesem sinne züchtet er sich wahrscheinlich seine eigene ideologie heran. ///

ich fühle nichts und es macht mich ... - keine worte dieser welt / meiner welt -
keine weltlichen worte könnten versuchen es auszudrücken. ///


***
das erlöschen des dochtes //
nicht alles fällt, was steigt. //
süßliche surrealität, ich spiele mit dir //
schwebe ohne materie //

Montag, 21. November 2011

*ablaufdatum unserer lebenszeichen

er hat der welt viel mitzuteilen:  er würde zweitausend seiten schreiben,
weiße seiten, mit durchsichtiger tinte vollschreiben, einkratzen, einritzen, eintanzen und einstampfen;
weil schon alles an worten geschrieben wurde.
er sucht einen gedanken inmitten aller umherwitternden,
an den er sich hängen kann, innere ruhe finden, vielleicht eine art einklang.
nun geht er wieder in sich hinein, und tritt heraus,
aus sich
von ihm aus?
ist er verloren und fiebernd
allein unter allen
ins gewebe der umwelt transplantiert
somit auch das beste von ihm fehlpositioniert

jeden tag impft er sich den gedanken ein: im hier und jetzt ist er. das ist die realität. das ist das leben.
(sein heißt hier werden; nicht immer entspricht das sein dem werden.)
nur das ist für ihn momentan das selbst-verständliche, weiters nichts.
diese innere ruhe, erreichte und kurzweilige ruhe, gleich einem atmenholen,
keine krämpfe, keine peinlichkeit,
so kostbar, weil unmittelbar und absolut erfüllend/vereinnahmend,
seine komplementärfarbe zur verdreckten farbschlacke hunderter bilder,
in HD einer innerlichkeit,
ruhe.

Samstag, 19. November 2011

*kürzlich

die welt ist klein
und meine grenzen sind riesig.
worauf ist noch verlass in meinem bewusstsein?
was ist noch glaubwürdig?
es heißt, die erinnerungsfähigkeit,
das konfigurieren von erinnerungsbildern, reanimieren von erinnerungsgefühlen sei unzuverlässig, durchgehend modifiziert.
ich weiß das, ich habe es erkannt (natürlich nicht nur ich),
also verhalte ich mich dementsprechend.
es ist nicht bloß ein sachverhalt; es wirkt so tief, so eindrücklich - wie könnte ich es verleugnen und zugleich bei(m) bewusstsein bleiben?
*
woher rührt diese entfremdung?
und wieso verfalle ich nicht einem wahnsinn, der mich auf der straße fallen und liegen und nicht wieder aufstehen lässt?
aber diese entfremdung, sie lässt mich nicht wiederauferstehen.
aus meiner asche. aus meinem alltagsstaub, angesammelt in den herzkammern. aus meiner alltäglichen asche.
sie hält mich und ich halte mich wohl an ihr.
ich könnte ein leben lang pflastersteine zählen und wäre erfüllter als durchfahren von dieser entfremdung.
es besteht so viel sinnloses an meiner welt, ich weiß nicht, ob auf jeder welt -
meine entfremdung lässt sich vor lauter sinnfreiheit, sinnlosigkeit in keine worte gießen,
in keine lebenswerte zeitdauer fassen,
sie kennt kein maß.
ich schreibe ihr entgegen - sag mir die gründe: bin ich zu taub vor lauter hinweisen und überflutet vor lauter signalen, die stimmen? kenne ich meine gründe so gut, und entfremdet sich mein ich, weil ich sie nicht verfolge, ihnen nicht gehorche?
*
todessehnsucht mag erkösen, und das äußerste (von sinnenenden) hervorlocken,
ist aber keine lösung.
*
hat es dich nicht eher kaputt gerichtet, ramponiert,
unvollendet, verkohlt und vertrocknet,
narkotisiert, und tatenlos gemacht,
daran zu denken, den tod als möglichkeit weiterzuleben zu empfangen?
du hast dich im sehnen nach ihm zu lieben gelernt. du bist aufgeblüht, verglüht, du hast gelächelt und
den frieden gefunden, die nacht bis zum morgen zu verleben;
in todessehnsucht wurde jeder tag, jede nacht, jeder verlauf und ablauf zu einem einheitlichen ...
zu irgendeinem? unter dem diktat des todes wird alles egal oder krampfhaft gehalten, erwünscht, angestrebt,
das leben selbst umweint oder ausgetrieben.
du hast nicht nur einmal gefragt
oder mit dem gefühl, ein noch einzig letztes mal zu fragen, wie es dazu kam und kommt,
wo du dich doch in facettenreicher werdenden auslegungen befandest -
nicht bloß befandest, sondern befördertest.
und immer diese entfremdung.
mittlerweile fasst du es nicht, wie du es schaffst zu leben:
leben bedeutet hier - aufzustehen, sagen wir reduziert - das gefühl dieser ungeheuren entfremdung und schweifenden todessehnsucht zu kachieren, aber nicht davon loszukommen. eigentlich war das nicht reduziert gesagt, sondern eine mögliche formulierung, doch keineswegs annehmbar.
*
wie gefühle wahnsinnig machen können, und es tun,
verdrehen und sich vor worten verziehen,
bis der körper zersplittern möchte, weil er sich im vollzug des bewusstseins so anzufühlen scheint,
nein - nicht nur scheint, die logik der gefühle lässt ihn zersplittern, aber die realität nicht, auch wenn die realität ohne den körper in jeweiliger zeitspanne nicht wäre,
was wohl zwischen realität und körper existiert
es wäre keine metapher mehr << an der realität zu zerbrechen >>
so lautet die logik der gefühle:
und sie hasst es, dass metaphern so häufig fallen -
was vermögen sie dann noch auszudrücken?
nichts gemessen an der realität des körpers
nichts, das der realität des körpers gerecht und geheuer wird.
authentischer wäre es, mit einem einzigen wort, erfunden oder gefunden oder beliebig/zufällig, sein leben zu benennen oder -
ein einziges wort auszuleben ...
mit wort ist gefühl gemeint, körper, und auch realität.
wer würde, sobald er die macht dieses eines wortes erkannt hat, davon loskommen können? sei es aus liebe, sei es aus entsetzen.
wer würde keine worte in bildern erkennen?
vor allem - wer würde die schönheit von wortlosigkeit, ein erfahrbares jenseits von worten nicht verstehen?
sein leben wäre, sein einzelnes leben, ohne zusätzliches, ein beweis dieses verstehens.
alle würden verstehen, aber nicht verstehen müssen.
alle würden vestehen, weil sie nicht verstehen müssten.
*

>>> weg mit deiner ideologischen schlinge, es gibt > das verstehen < nicht, es ist immer konkretisiert, m subjekt, im hier und jetzt, nicht konjunktiv.

es sprach meine innere stimme,
die ideologiemuster ziemlich absichtslos aufzeichnet:
manchmal tust du dir besseres,
indem du die erkennbaren worte deiner inneren stimme nicht relativierst.
ich habe es selbst erfahren. <<< 

Donnerstag, 17. November 2011

*die töne ziehen schleifen

die töne ziehen schleifen, schleifen ihre routinen und unsere sinnesenden. ich weiß nicht, bewegt die musik das licht? sie dringt auf jeden fall durch körper hindurch: ich sehe nicht mehr, wo körper beginnen, aufhören, denn die seelen atmen musik aus. keine einzelnen lieder; variierendes akustikwellenanschwellen.
ich sehe den nun rötlichen farbschleier, deine haut und dein gewand synchronisierend.
die kellnerin verschüttet den bestellten wein, ihre halbherzige entschuldigung passt für dich, denn es ist dir ohnehin egal:
du siehst wie ich das vorübergehen;
wir vereinen uns in monochromer abschweife,
und verlieben uns aufs neue (das heißt diesmal neuartig und deckungsgleich) in ein band aus tönen, unkonzentriert, das wiederkehrt, relevant wie der fünfzehnte atemzug in dieser stunde.
ich stütze meinen blick in bewegungen ab;
möbiusbandartig spricht meine tanzende hand und zerplatzt ihre sprechblasen. sprechblasen, in denen worte zerfasern (durch die miteingeschlossene luft)  – sie werden zu atem¦luft.

Dienstag, 8. November 2011

[x] // ein schluck oktober 2011

ich schreibe, weil ich zu viele unabgeschlossene gedanken in mir trage und noch mehr gedanken um diese gedanken.
wie viel theorie verträgt ein mensch? (und das nicht rein theoretisch!)
[x]
ich finde es manchmal zynisch, aber andernfalls mutig, notwendig und heilsam, dinge aufzudecken, bloßzustellen, ohne hinblick auf schmerzliche oder scharfe widerstimmen. (oder doch gerade in hinblick darauf?)
dinge - das sind erlebnisse, betrachtungen, geschehnisse, sachverhalte, zwischenmenschliches, ...
[x] ist kein ding, natürlich, aber ... "ein gegenstand meiner betrachtung"? es geht doch weit über meine selbst-initiierte wahrnehmung hinaus.
empathie hin oder her -
empathie verhält sich schwer: wo liegt der rahmen von einem fremdbild/selbstbild?
zerbröckelt nicht eher das vertrauen ins selbst, bevor es seine undurchlässigen, nachvollziehbaren und stabilen rahmenlinien erkennt?
wird es nicht krankhafte irrationalität, sobald man sich ihm in durchgängigem drift >grund-los< überlässt?
ich habe schon öfter gehört: natürlichkeit ist ein konstrukt.
heute konkret feststellen dürfen: häufigkeit fällt mit wahrscheinlichkeit zusammen.
nun ist es so, dass unwahrscheinliches spitzfindig aufgefächert als originell gilt (vgl. kurze selbstbeschreibungen unserer zeit, ....). das ist natürlich, aber nicht einzigartig.
in diesen standpunkt geraten kann mich nicht die idee vertrösten, dass die mischung/kombination/permutation das einzigartige ausmacht. kein mensch ist einzigartig, vielleicht oder nur die mischung seiner züge. das schöne zeigt sich oder zeigt sich nicht, wenn man diese züge entlangfährt:
ein mensch wird zur landschaft, in der man stapft und blüten streift, willkürlich - bei aller liebe, das gehtempo eigens reguliert, mehr oder weniger oder nicht vom anderen oder von anderen geleitet;
ein mensch wird zum event
hologramm
schallraum
zwangssitzungspartner,
zeitmagnet,
imaginärem du,
grund, verstehen zu wollen.

[x], aber nicht nur [x], hat viele fragen in mir aufgeworfen:
warum nicht mediale (?) präsenz mit authentischer/körperlicher/face-to-face in realzeit/biologischer >>> ich weiß es zu umschreiben, aber nicht mit einem einzigen ausdruck, denn alle worte scheinen hintergehbare gedankengänge zu eröffnen - begrenzt, aber nicht begrenzend;

reaktion auf das, was man geschaffen hat:
wie temporär, kurz, anonym sie sein kann,
so schnell untergehen kann und zeit haarspalterisch aufwühlt und empfinden lässt.
[x] ist nicht auf seine kunstwerke zu reduzieren, im bewusstsein dessen, dass ich im grunde einen großteil, den man über [x] zu denken, zu fühlen glaubt, daraus beziehe.
will ich mich in seine bewusstseinsfelder bewegen, werfen sich wiederum verflucht praktische und/oder theoretische fragen auf

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du bist ein mensch \ \
          was für ein mensch! 

es reizt mich auf, mein kopf dröhnt, er verkrampft vor übelkeit und absurdität, weil meine meinung nicht zählt - tut sie das? - sag es mir, und zwar so, dass du es nie infrage stellen würdest, auch wenn du könntest.
ich erbreche vor der belanglosigkeit (meiner existenz)
brauche dein mitgefühl nicht,
ich weiß, ich verschulde mich selbstständig,
aber jetzt geht es um die missgunst darüber,
sie ist so hässlich und gemein und hirnrissig und dumm und undankbar und schäbig,
ja nichts als scham, schande und ein wirklicher grund, mich als bloßen menschen infragezustellen.

wollt ihr nicht in bewusster und voller kraft nachvollziehen, wie unsicher ihr im grunde seid, über das, worüber auch ich mir den kopf zerschlage?
wir gehen verschieden mit gegenständen um
und es ist mein fehler und meine stärke, mich ihnen hinzugeben.
ihr kotzt mich an, so wie ich mich selbst mit all den minderwertigkeitsgefühlen
und allzu menschlichen weisen

in diesem moment möchte ich alles menschliche aufnehmen und ohne worte (aus)atmen.
ich möchte die worte deiner inneren stimme hören, und sie atmen, nichts als worte atmen.
nein, ich möchte musik sein

der geschmack von utopie und zeit (und rausch)

er liebt sie, du tust es auch,
das ausmaß ist sicher unterschiedlich;
doch liebe ist für alle da.
er denkt an sie, indem er diesen augenblick für sie brennt,
er brennt,
erhabenheit in eifersucht
wie schändlich und wundervoll;
dabei will er dich nicht verletzen.
entfesselte sinneskraft
dabei hat das doch nichts damit gemein, wie frei sich gefühle unserer ethik loszusagen vermögen.
es hat damit zu tun, die idee des innersten nicht als alibi für das schlechte zu gewähren.
der aufschlag ihrer schönheit war es, der ihn behelligte,
nicht der gedanke, dass euer band auseinanderfransen könnte.
er würde bluten und halten und zuhören und reflektieren, würde dies tatsächlich passieren.