Dienstag, 14. August 2012

ein tag ist wie ein monat ist wie eine minute ist wie ein jahr // aussagen


ich bin aufgeklärte vernunft
ich bin besonnener romantiker
ich bin gleichberechtigte frau
ich bin ein gleichwertiges mitglied eines sozialgefüges

NEIN

[...]

"seine gesichtszüge entgleisten"

*

bin ich ein ästhet ohne moral?
verwechsle ich ständig das, was ich für wahr halte, mit einer >besseren< wahrheit?
ich dachte, das realisieren des eigenen bestmöglichen wäre nicht nur für einen selbst, sondern auch für die unmittelbare oder allgemeine umwelt das anzustrebende, mögliche gute.
eine art weg zum lebenssinn.
///HALT///
sind meine bilder nur kompensationen?
weil ich mich mit keinem konkreten und stabilen lebensentwurf zufrieden gebe, diesen erstmals realisieren sollte, um überhaupt so darüber zu urteilen...
liegt mein fehlerhaftes darin, worte und sprache in ihrer funktion nicht selbstverständlich hinzunehmen?
bin ich ein riss in den dingen der ordnung, ohne zusammenwachsen zu wollen?
sind meine taten und gesten bloß immer wieder entzündungen entlang des risses, 
aufkratzen und (sich) aufkratzen lassen?

>>> was bedeutet für dich selbstwertgefühl?
man hört so vieles drüber
liest davon
erleichternd zuzugestehen, das ein >gutes< selbstwertgefühl für ein lebenswert gelebtes leben essentiell ist. grund-legend. nun, wir haben uns sprachlich auf "selbstwertgefühl" geeinigt. als wäre es selbstverständlich, was es doch ist; aber "selbstverständlich" ist ebenso eine sprachliche abmachung.
ja, vielleicht entferne ich mich immer mehr von dieser einigung, indem ich sie reflektiere. vielleicht bedeutet mein reflektieren umstände und brechungen, ganz einfach kompensieren, nichts verbindliches und nichts nützliches, und zudem etwas selbstverständliches.
ich nehme mir also recht dazu, wo es mir nicht unbedingt von jeder seite zusteht, weil es genug >gute< gründe gibt, warum wir solche einigungen brauchen und gebrauchen.
wie viel wir doch füreinander machen.
vielleicht
 -und das trifft mich im kern meines wesens, solltest du wissen, sofern du es nicht spürst, wovon ich nicht ausgehe und was ich auch nicht verlange, weil in einem solchen verlangen ein widerspruch zu meiner ethischen einsicht entsteht, und diese einsicht selbst ist ambivalenter als der widerspruch-
es trifft mich im kern meines wesens, das heißt im bewussten kern, freigelegt von alltäglichen pufferschichten, die wir biologische anlage, kultur, gesellschaft, psyche, herkunft, usw. zu bezeichnen gelernt haben;
also es fühlt sich so an, als noch dazu ich jene schichten freigelegt hätte, weggeschabt und ausgeblendet, es zumindest glaube, wo es doch nicht geht, denn was bleibt übrig?
Ich – wie bereits erwähnt – ein riss, ein ventil, ein gemischtes – vergiss das nicht
Ich glaube also diese schichten gelüftet zu haben… welchen aggregatzustand haben diese schichten bloß? Flüssig, krustig? Sie sind nämlich durchlässig und mehrwertig, oder zumindest kontingent, oder.. das auch noch!
Aber darunter gibt es einen kern,
ich glaube, der kern liegt doch nicht darunter, es ist wohl das verdichteste moment der schichten zu einem lebenszeitlichen augenblick, und dieses moment habe ich „kern“ genannt,
-ohne kerne keine früchte, ohne kerne keine bäume, doch beißt du darauf, schmerzt der zahn, oder du schmeckst bitterstoffe, oder du spuckst sie gleich aus, oder noch besser – du hast bereits von kernen befreite früchte, die lassen sich auch besser verarbeiten und konsumieren – oder du schluckst sie, sofern sie klein sind, doch: es gibt auch kernfrüchte, wie himbeeren, wo es nur manche stört, so klein und süß schmecken die kernfruchtstückchen, da macht es spaß zu schlucken, sie auf der zunge zu spüren, anstatt in sie zu beißen,
 auf der zunge, ohne die sprechen nicht möglich, küssen geht auch ohne zunge, durchaus, obwohl – wenn sprechen mitteilen und austauschen bedeutet, brauchen wir nicht die zunge, >wie wir wissen<, da gibt es so etwas wie körpersprache und außerdem – man denke doch an gehörlose leute, [„taubstumme“ – wo sie doch weder ganz taub noch stumm waren, und schon gar nicht beides, der ganze körper spricht und die umwelt zu ihnen – manche menschen sind viel unfähiger zu reden zu hören als gehörlose selbst…]
wir erfahren von menschenschicksalen durch sprache, es gibt so viele fälle von menschen, die als sprachbeispiele dienen
wir schaffen es sie aufzuzählen, und brauchen sie nicht einmal persönlich zu kennen, wie wir meinen und zeigen, wir schaffen solche beispiele von menschen zu finden oft werden sie uns sogar gegeben, ohne dass wir danach suchen
ja es wird sogar verlangt beispielsweise in der schule dass wir solche menschlichen sprachbeispiele anwenden um zu demonstrieren mit glück gelingt dies überzeugend wie viel wir doch nicht wissen und dass wir über dinge wie krebs oder drogensucht oder/und/bzw.  liebe oder den blutkreislauf oder
bücher, ja viele viele bücher von verschiedenen oder einem autor oder einem verschiedenen autor oder/und in verschiedenen hinsichten reden können und schreiben können
erfolgreich sind wir wohl dann, wenn uns jemand darin als solches benotet; natürlich wäre es wichtig, wenn wir selbst nachvollziehen, dass wir eine überzeugende arbeit abliefern, so verstehen wir wohl besser die gegebene note, manchmal ist das ganz und gar nicht der fall
wir lernen ja, welche kriterien eine arbeit erfüllen muss, oder, diese kriterien müssen wir nicht mal einsehen, sie scheinen gerechtfertigt, nützlich, glücklicherweise ausbaufähig und variabel, wie man uns immer mehr versichert, sofern wir uns dafür interessieren und nachfragen (aber selbst das ist keine voraussetzung) – wir lernen darüber zu disktutieren und bilden sogar das eine oder andere mal persönliche bezüge zu einem gegenstand (verbessert die erinnerungsfähigkeit, oder?) – das bedeutet und bezeugt doch interesse, also dass man persönlichen bezug zu einem gegenstand herstellt – aus interesse >natürlich<, echtem interesse … wir lernen, dass man kriterien nun verwerfen und angreifen kann, aus >berechtigten< gründenn, dass sie nicht allgemeingültig sind (wo kommen wir sonst hin?) – schon gar nicht für jeden einzelnen oder jedes einzelne –
nun gut,
wir haben überall kriterien
zugleich nicht jederzeit ersichtlich und nicht expliziert, oder?
Wenn sie nicht abrufbar sind, welchen knopf müssen wir den drücken, um sie zu abzurufen?

Wie du siehst,
du siehst es doch, oder?
Du zerfällst in kriterien
Du arbeitest mit kriterien
Du ersetzt kriterien zeitweise, fallweise durch neue
[>Der mensch< macht sich zum kriterium]
Manchmal, ich versichere es dir, bist du bloßer gegenstand in reihen von fallbeispielen, unendliche reihen, folgenschwerer und folgenreicher als du vermutest, vielleicht,
ich sage so gern vielleicht, auch wenn ich es in gewissen zuständen nicht müsste und nicht will
als wäre ein souffleur am werk, und mein mund mit einem band zugeklebt, die stimme des souffleurs sich ganz >selbstverständlich< über meine legend und niemand merkte den unterschied
als würde man mich, einen riss, zuspachteln, risse sind doch eher unerwünscht,
als würde ich zusehen, wie ich zugenäht werde, vielleicht mit selbstverständlicher sorgsamkeit,
man würde mich doch nicht verbluten lassen,
und sind meine entzündungen nicht ansteckend, so möchte man sie am liebsten desinfizieren, entzündungen sind nicht erwünscht und gar kein gutes zeichen, oder?
Doch sind entzündungen notwendig, sie schleudern störenfriede im organismus heraus, sie deuten darauf hin, dass etwas den frieden stört, etwas innerlich nicht passt – und es muss raus, entzündungen sind das sichtbare ausdrücken von stoffen, die den organismus an seiner natürlichkeit hindern,
dabei kosten sie den organismus viel kraft, so dürfen sie nicht auf dauer bleiben, sonst verursachen sie womöglich schaden, einen noch größeren, als die schlechte materie selbst
nun
warum wendet man dann seinen blick auf meine bilder? Stellt man nicht dadurch den einen oder anderen oder wiederum völlig anderen bezug her?
Nein, denn –
Ich kompensiere nur
Ich erschaffe nur auf und dank unterbau
Ich mache mir das leben schwerer und komplizierter, als es ist, wie man so sagt
Ich probiere keine neuen techniken aus
Ich habe keine normale arbeit
Meine bilder sind kompensationen, soziale zufälle und beispiele für kreativität, gezähmte exzesse und unmissverständliche zeugnisse von aufgenommenen ideologien, huldigungen an den äußeren und inneren ästhetikwahn, synergien eines sozialismus,
man kann meine bilder erklären, man kann sie anschauen
sie können ablenken und faszinieren, habe ich vernommen
machen wir keinen halt
wir kennen die mythen um das unsagbare,
um das unvergleichliche,
um das einzigartige,
darüber wurde so viel gesagt
was ohnehin auch gesagt wurde
aus-gesagt
sag nun etwas aus über mich
ich will nur noch aus aussagen bestehen
aus reduktionen und formeln, die ansprechend wirken
und finde dann eine zusammenfassende aussage über mich – menschen fassen doch so gern zusammen:
„wie geht es dir?
„beantworten sie zwei von drei prüfungsfragen“
„worüber handelt das buch?“
„warum bewerben sie sich bei uns?“
„was meinst du?“
Und vergleiche diese aussage mit anderen, vielleicht findest du, dass etwas noch besser klingen könnte, aber übernimm dich nicht, vielleicht siehst du ein, dass deine aussage nicht vollständig genug war, vom vokabular her nicht korrekt, wenn auch grammatikalisch und inhaltlich einwandfrei,
und reihe sie ein, deine umfassende aussage über mich, in deine übrige aussagensammlung

und ich werde es dir nicht verübeln,
eine aussage zeugt von interesse;

was sagst nun das wort >selbstwertgefühl< aus?
Hast du es mit anderen aussagen erfolgreich abgeglichen?
So merkt man doch, das abgleiche von aussagen kennt kaum harmonie, auch wenn man insgeheim dabei einverständnis der anderen oder eines anderen oder mit sich selbst anstreben möchte, oder..?
Denke an die kriterien
Denke an den >kern<
(was ich dazu vage vorher ausgesagt habe)
Und denke daran, dass dieses denken nicht reicht
Es ist weder genug noch ungenügend,
weder vorübergehend noch konstant
und das sage ich in verkürzten gegensatzpaaren
weshalb ich weiß, dass verstehen nicht möglich, und einsehen erst recht nicht;
ich werde weiterhin meine kernartige verdichtung zerbröckeln
füge in meine schale mehr dreck hinein, damit die perle wächst, ist sie auch noch so perfekt und gereift und abgeschlossen, die handlung ist umso grausamer und sinnfreier,
zwang im drift,
ich werde weiterhin die naht um meine rissgrenzen aufreißen und darübernähen, mit fäden aus eisen oder salz – es soll brennen oder rosten, es soll bluten,
und ich werde weinen und mich schämen,
dabei bewunderung erhalten,
meine bilder sind urkunden dieses lebens
mein bestmögliches ein grundsatz, der immer wieder nach rechtfertigung dürstet – berechtigterweise –
meine art ist durchtränkt von undankbarkeit, nicht stilisiert, von schizophrener natur, und dafür schäme ich mich und liebe trotzdem, weil ich an ein jeweilig gutes in einem menschen glaube, es so weit wie möglich seiner schlüssigkeit unterziehen will, seine natur nicht mit sprachlichen >einigungen< beleuchten möchte. Es ist nicht alles sprache.
[kennt das unterbewusste tatsächlich keine verneinung?]
Ich bin ein natürlicher reflex im sozialgefüge
Asympothische annäherung an das selbst
Krank, geld oder normalität als wertmaßstab anzuerkennen
Mein wert ist ästhetisch-moralisch
Und gefühl, das ist schwebe, unklar, zwischen welchen positionen
Mein selbst-wert-gefühl

„es tut mir nicht leid.“

Montag, 30. Juli 2012

°°°°

°°°°°°°
an deiner liebe lerne ich zu verstehen
weil worte leicht und unbedingt werden
verliebe mich auf einmal wiedergebärend in den aufschlag deines herzflügels
nichts als liebe zu dir,
wahrhaftige klänge
eintauchen in die wasserfrische
nach monaten des wartens und zerlegens
nun staune ich

weil ich dich liebe
tränenschön
und entdecke dieses gefühl voll übermächtiger milde und unendlicher güte
aussöhnung mit der wortlosigkeit
erfrischt, so unbedingt erfrischt in der überzeugung,
dich zu lieben als muse, als mensch, als freund
°°°°°°°

nach dem sturm war wie vor dem sturm


du klammerst dich an das tiefste in mir, an mir
oder bin ich diejenige, die wie mittels einer großen, einzigen frage seit jeher daran zerrt
sich nährend daran auflöst
das beste ich ist einsam,
mein bestes ich ist einsam
so steht mir der kopf
*
ich will nicht alles
ich brauche nicht die vielfalt in der erfüllung
ich brauche und will das maß
die ungehemmte nächstenliebe, nicht verengt und nicht konzentriert auf eine person, sondern mehrere
weil in mir eine überfülle steckt, die gelenkt werden will
sich nicht gerne in extase ergießt
sondern maßvoll
dabei verfalle ich in keine einseitige askese und falls doch, ziehe ich sie der niemals erfüllten leere vor
ich bin nicht gut darin, unersättlich zu sein, zu fühlen
das meint mich unreflektiert meinen sinnen zu beugen
meinetwegen kompensation
meinetwegen scheu, verschluss, feige ausgeatmete angst vor selbstverlust und seelendreck
ich habe so viel erreicht und um ein maß im körperlichen geweint
mich abgemüht
nun will ich meinen stand nicht verwerfen
all dies hab ich unternommen
auf mich genommen
[[[an mir benommen]]]
und der gepriesenen, untergründigen egozentrik den rücken gekehrt
mich „bewusst“ für eine ethik entschieden
für moral
ein echtes schlechtes [gewissen]
nicht immer recht zu haben, obwohl sich im recht zu glauben
nichts halbherziges
dem anderen etwas zulebe zu tun ohne dabei insgeheim vorwände zurechtzulegen und
NIE HALBHERZIGKEIT  und wenn, dann ungern und eingesehen
was heißt schon selbstverwirklichung
man verliert sich wenn man sich an seiner selbst findet und andere ablehnt,
greifen doch die überfüllen ineinander und grenzen sich wundervoll ab
maß, das ist gewissheit, wenn auch, ja, sehr wohl eingeschränkt
wir fahren lieber linien und grenzen nach anstatt über sie hinwegzufegen, ihre substrate
wir akzeptieren die auswechselbarkeit von vielen und benennen damit die unauswechselbarkeit einiger gedankenkurzschlüsse
es ist kein widerspruch und keine entschuldigung, ablöse
fehler eingestehen
fehler bleiben bestehen, doch arbeiten wir daran
wir arbeiten einer trägheit entgegen, so oft in gefahr uns im kreis zu drehen, immer rascher, der radius minimiert zu buchstabenstrichen, das zentrum ein aufgeblasener blinder fleck, mit verschwendung befruchtete leere
wer hat schon nicht einmal, ein denkwürdiges mal, insgeheim auf verständnis gehofft und es dabei nicht erzwungen,
verführt von freiheit, lauter nächstenliebe
und worte schallen wieder nieder
das bestmögliche – was für ein diktat, was für ein wunder und phantom von wort,
belangvoll wie gutmütig wie fordernd
wir können nicht sagen was und begreifen falsch, weil anhand von begriffen, deswegen – maß halten: nie ein allgemeines, nie in konsequenz, fast ständig ein ungleiches gleichgewicht
ein gesetztes gleichgewicht
fliegenschissgewicht
,spielerei! lust nämlich, motiviert sie ja den menschen
ob einen gärtner oder arzt oder metzger oder mörder aus überzeugung
ist uns lust allen gleich, ja‘
*
000000000000000000000
was ist schon ein mensch
ein bündel neurologischer prozesse
eine komposition aus zellen
eine meinung aus vielen
ein übermaß
ein konstrukt einsichtbarer und unersichtlicher ‚tatsachen‘
es kommt auf einen menschen an,
und stets die frage wofür?
ganz wie nicht so ganz wie ungänzlich
////
ein vetrockneter zementpatzer
mitten ins herz
wir bauen drauf

Freitag, 20. Juli 2012

*das beste pressen

aus dir selbst gebären,
vor <der> wiedergeburt,
zusammenfallen mit den zeitgleichen augenblicken
das atemholen des phönix
ob das letzte oder das erste kann man nicht entscheiden
[entscheiden heißt bestimmen heißt ... stimmen zuteilen, einstimmen, dem verstimmen entgegenwirken]
das anschwellen des folgenden herzschlages zu spüren und es als wunder anzunehmen
(dem wunder des körperlichen entgegenfiebern)
sich nicht zufriedengeben mit gefundenen worten,
bestehen im anschwellen
bestehen aus dem anschwellen ...
bemühen im luftstrom von fehlern
wunder, seine überfülle kachieren zu wollen,
das leben, aus dem man besteht, die fraktionierte gesamtheit in ihrer überfülle nicht preisen zu sollen, weil ... "es nicht stimmt";
[xxx]
"jetzt haben wir uns (laufend) verloren,
doch uns dabei nie geschont"


das echteste sprechen
schein für uns "nur" darin,
juwelen zu zeigen - sprich - musik von anderen abzuspielen, nachzusingen;
gefundene worte als gefunden aufzuzeigen,
nachzufahren, nachzuleben,
zu verinnerlichen und somit durchzumischen,
in uns milliardenfach gebrochen und gespiegelt
[[[gebrochene reflexionen]]]


was bedeutet es zu sagen, wir dachten für den moment zu leben,
ausgelegt wurden unsere erschlossenen gegenstände an den falschen stellen
übersehen an ihren richtigen strahlflächen / wohlgemeinten verknüppfungen


es würgt mich zu merken, dass ich so vieles erfassen möchte
_ich breche ab_
weil phänomene fernab von sprachen wirken
nie werde ich verstehen, was sprache und was keine sprache
nie werde ich mich mit meinem verstehen zufriedengeben und somit selbst nicht mit dieser vermessung eines wesentlichen
"lösung"
///
das tägliche wunder,
es bleibt.


***


das beste pressen

fällt kompliziertes auf dich
und gewohnheit ummäntelt deine fähigkeit
diesmal segen
vielleicht taugt der körper doch mehr
auf ein mitgeteiltes fällt dir stets die antwort zu - zeit ist alles.
wie ein stempel
wie ein abzeichen
wie eine urkunde
überhebliche schönweisheit
lass den unfug
ich sehe 'lernen' tatsächlich neu


wir redeten doch von der inneren stimme
ihr reden stets nachmittelbar
berührt
wenn sinne und körperteile ineinander
>>>luzides träumen
schweben in trance ohne wortkorsette
kurz luftholen an der realität um weiterzutauchen
>>>luzides träumen
hört die klänge, fragment der selbstbeherrschung,
einschlafen am übergang von nacht zu tag
schon vergessen
atmung dem schreiben angepasst
taste
ohnmachtsgefühl
--------------------------------------------------------

ich lerne sehen also neu
unter diesem blickpunkt meinen ganzen zugang zur sprache
den zugang zu
-
ich sehne mich nach echter gleichberechtigung
lauter clinches um behauptung
ich bin am besten darin mittels worten tautologische zwickmühlenbunker zu erschaffen
ich meine das gefühl selbst dabei, es wird unausweichlich beschworen
ES KANN EINFACH NICHT MIT GESCHRIEBENEN, AUSGESPROCHENEN (GEISTIG+PHYSISCH) AUSGEDRÜCKT WERDEN
ES GIBT HIERIN KEINE MAGIE DES UNSAGBAREN
KEIN TROST DURCH SPIELIRONIE
ich verstehe nicht immer den (sinn)gehalt meiner worte  denn gleichsam kann man keinen atemzug zweimal ident wiedergeben
(und sprechen ist doch atmen - atmen des selbst)
*
die luft wird geschwängert von anmaßendem größenwahn, nämlich prinzipien in ihren prinzipien begreifen zu wollen
es geht uns meistens um behauptung
ums verlieben in die linien
doch ist nicht alles geschafft, wenn es in plural gesetzt/versetzt wird, nein.
heterogenität ist pracht,
das gewebe, aus dem ein jeder besteht
und ich wiederhole abermals, damit ist nichts ausgesagt
und schon taugt die metapher nicht mehr, noch bevor sie sich entfalten und durchsetzen konnte, noch vor ihrer geburt - so scheint es mit den meisten meiner schmachtenden wortsinnereien
als würde mein bestmögliches nur darin liegen, diesen angelpunkt anzuerkennen,
immer entlarven zu wollen, ohne frei von totgeburten und flausen zu sein, immer selbst gleich entlarvt werden zu müssen
---------------------

ich verstehe dinge
und es gibt keinen trost der desillusion
ich erkenne die verankerung von typischen gegenteilen und dominanzkämpfen
das bringt weder trost noch freude,
überlegenheit kann kaputt machen, unsicher und unüberlegt,
die frage ist, ob ich es akzeptiere oder beim namen nenne:
den namen der person - sie darauf anspreche und dabei nicht ich bleiben kann, weil sie den namen erfährt, unter dem ich sie verstehe und verkenne
-
bemerke ich jene nur deshalb, weil ich an sie glaube, auf sie vertraue - halte ich ihre strukturen somit aufrecht, tag für tag, ohne es zu wollen und doch zu tun
gibt es noch diese bereiche, die verantwortung und unabsichtlichkeit glaubwürdig in wohlwollen verstricken
wo wirklich ein restgehalt an menschlichkeit bleibt nach allen berechtigt gezogenen faziten?
wo die courage sich (nicht blind!) seiner innerlichkeit hingegeben zu haben missbilligt wird da wir alle recht darauf haben
wird der andere zwangsläufig zum angesammelten dreck im ventil einer von nächstenliebe geleiteten subjektivität
das alles hat doch mit liebe zu tun
wenn einem etwas immer wieder ins auge fällt,
und man darüber nicht hinwegsehen kann - kein erzwingen von ignoranz mehr möglich, sondern herantasten
[[[responsivität]]]

stich ins ich

kränkend, da gemein
sticheleien
zerstechen der wunden reibungsflächen
herzstechen mit vergnügen
nennst du dies lieben?
liebevolles wohlwollen?
eine facette der liebe, weißt du
nicht immer tut gut, was gut gemeint
freude am fremdschaden
die freude, andere zu beschädigen - mutwillig, leichten sinnes
belade mich nicht damit //
benenne, was du kompensierst.
kontrolliere, wen du selbstverständlich mit deinem wesen anfärbst
und wieder die frage nach dem mentalen nutzen
"ist das nötig?"
nötig nur für dich ...
weil ich meine seele ungern an kränkungen wachsen lasse
[... grenzen aussprechen ...]
schraffuren // nichts als fahl und zum überspielen gezwungen, verführt

Freitag, 29. Juni 2012

ultra shades

es fühlte sich an, als ob reden
lieben meinte
gleichsam wie ihre gegenseitige liebe wuchs
gleichsam der stärke ihrer liebe wachstum verlieh
kein reden - kein wachsen.
[natürlich gedeiht unter sprachblüten unkraut; aber unkraut ernennt erst der betrachter zu unkraut.]

deshalb wandte er sich ab, mit seinem körper und seinem geist,
wenn sie sein bedürfnis nach sprachblüten fast lächerlich, weil unerheblich machte
indem sie ...
"worüber reden?"
*
es war das verlangen nach zwist
hautschürfender reibung an wortarten
ein masochistisches liebkosen
das ewige wunder von gedanklichen kurzschlüssen
kaum wissen, was er >eigentlich< will
es war ... dieser einfall:
das denken wie einen stein immer wieder aufzurollen oder aufzuwerfen,
schließlich hinuntertreiben zu lassen und dabei zuzusehen
immer wieder von vorne
dieser kristalline brocken, das denken
druckanfällig, halbgeschmiedet und bluttreibend

Samstag, 23. Juni 2012

°

es verfehlt seine eigene perfektion
ganz wirr
bitter und herb wandelt es die lebendigkeit von worten um
würgt sie ab
//
immerhin darf ich hier nein sagen -
weil ich gefühle freien willens annehme,
wenigstens hierin will ich ganz ungezwungen bleiben,
frei, kein über- und überdenken,
[verstehen aus sich selbst heraus - pass auf]
gefühlen ihre noch so gebrechlichste natürlichkeit lassen
bin ich doch 'bloß' hedonist

//

echt wie ein innerstes

fädrig vor fäden: blick durchs knochenmark
inmitten aller echt, meint das herz
erhören und erhöhen, meint der geist und küsst das herz
gabe des antwortens ohne zeit fremd zu verantworten, sagt die seele und erblickt beide
in wohlwollen, in agonie,
mit der zeit

//

woran
wofür
warum

erhitzt und abgekühlt
abgekühlt und aufgewärmt
so das bewusstsein
gibt es da noch nährstoffe im gefühlsmüll?
wir aber brauchen nicht diktierte bedürfnisse

*
es wäre fatal an die auswechselbarkeit eines einzelnen zu glauben
*

konstanter regen /// ein kuss - intravenös
durchsichtig
suche nach einem mittelweg
"aber seine seele war verfault."
hatten wir uns nicht schon mehrmals sicher gedacht,
das innere einer bestandsaufnahme unterzogen,
und daraus das mindeste unterstrichen, nicht abtreten wollen
und dann...
da stören uns so kleinigkeiten, und aus dem stören selbst erscheint nichts nützliches zu ziehen möglich :: dem glück der leere vorgezogen


*


[ ... über freude sprechen ...]


[jn '12]


Sonntag, 6. Mai 2012

*

all dieser menschliche müll, der angeschwemmt wird,
schwarze exzesse und ewiges einreißen
macro und micro vertauscht
ich ersticke an diesem müll und dem gedanken daran


soll sie jemanden finden dessen organismus intakt ist
spontan
sich fügend
geschmeidig am puls der zeit
nicht ihn, ein wrack

am besten bin ich einsam / das beste ich ist einsam

kein delirieren ist diesen preis wert
den preis des selbst-abgehauenen "ego-geweihes",
ein tropfen blut
du zerschmilzt in der roten sonnenglut,
vor dem nachteinbruch,
im wartevakuum des erwarteten wortes,
-
es wird nicht kommen
es wird nicht geteilt
vorübergehend außer betrieb
vorübergehend
übergehen

ersticken soll ich am zufall
vergehen an der zahl
verbrennen im reich der erfahrung
vergällen durch den moment

nur ich und die hasszellen,
wir schließen uns zusammen
agonien gelauscht
die unlust betrachtet zu werden
traurige einkehr von erkenntnis und laune
traurig, das ich und bewusst und unauflösbar
erschöpfen
flocken schöpfen

Mittwoch, 18. April 2012

ein mund voll zuckerscherben

irgendwann werden die menschen aufhören sich um dich zu bemühen.
warst du doch stets ein unvergleichliches mittelmaß deiner selbst.
es ging dir - direkt und eigentlich - nicht um die persönliche konkurrenzfähigkeit.
dein bestes lag verformt auf deinem weg;
es ging dir tatsächlich nicht um die gunst anderer - sie war höchstens ein nebeneffekt.
es erwies sich als klar, dass nicht alles fällt oder aufsteigt.
so etwas wie entfremdung war der welt nicht unbekannt;
... sich wie ein unbekannter seiner selbst wahrzunehmen.
immer an-sprüche an formen,
die anspruchslosesten wirkten zu anspruchslos,
vielleicht zu ungut.
*
den vorteil legte er in ihre hände, konktaktlos,
entbunden von präsenz
nicht jeder ruiniert sich durch seine skepsis; nicht jeder lebt sich zu tode ...

(14.4.2012)

ich meide das gespräch
ein reich des puren selbst nur mehr hinfälligkiet als grund oder hülle oder so etwas
unbestechlich durchdringend
ins auge gefasst -
den gang des flusses
in etwa gegen das grau, gegen die öde des alltags verwehre ich die rede ...

ein falscher jaguar im januar '12

eine endlosschleife schneestürmen
eine blickdichte decke - zusammengenäht an allen enden -
ich mittendrin, verblendet durch die erkenntnis der macht zum opfer zu fallen,
eine macht, sie dich auf alle kanäle erstreckt, die mich betreffen

der ausbruch gleiche einer erbrechenden hysterie und dem besten herausholen aus dem, was das selbst vergießt

Freitag, 23. März 2012

for today's sake // fast wie neu

ich bin einer von musils schwärmern // rilkes ich //

bin weder ganz noch halb noch nicht //
ich bin ein wiedergekautes wort, toten mündern entlassen, selbstvergessenen stunden entstiegen //
ich bin ein gefühl,
ausgewachsen //
ich bin keine bemühung, erkenntnisse zu überwinden, sondern zu verinnerlichen und auszuleben. //
ich bin der alltagsschwindel,
ich mache dir nichts vor,
ahnungslos, sinnesfrei,
verstaubt,
wiedergelesen und wiedervergessen.
[das selbst tritt nicht zurück.]
den hintergrund von gemachten bildern betrachte ich,
nicht mehr danach trachtend -
ich hebe mich davon ab -
wie sich jeder abhebt, meinst du?
jedem ist dies passiert, das zugestoßen. viele redeten darüber. viele schweigten. so teilten sie selbst das mit.

lass mich doch.
lass mich in meinen gedankengängen schlendern, mal gehetzt, ungern versetzt,
vollgeschmiert mit schlagwörtern

ich atme worte, hörst du, ich benutze sie nicht! /////////////////////////////

[22.3.12]

Dienstag, 6. März 2012

*[die welt ist zu leer '10]

die Welt ist zu leer, ohne dich. wie könnte ich dich nicht lieben? ich will weinen und kann es nicht. ich bin trocken und bleich wie mehl. sinke in einen schaft, stehe kerzengerade auf den wackligen pflastersteinen unten, obwohl ich ... der reiz zusammenzubrechen, aufzubrechen, zu brechen. auszubrechen. brechen. es stauen sich gedankenströme in diesem schaft, ich gehe darin unter. 
ein letztes mal, es gibt kein letztes mal!
das negierende nichts wiegt schwer, die Welt ist zu leer.

[seltsam im juni '10]

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
die poren des wortes sind ein einziges minenfeld,
bei jeder berührung explodierst du mit.
ich wälze dich in mehligen träumen, aufgewirbelter staub tanzt an deiner stelle. hohle konturen, soweit das auge reicht.
ohne dich ist alles so leer. zu leer.
klangwelten entzaubert,
die tage haften wie eine glattgerührter teig.

ohne urteil, nur kraft

er hatte angst, abgelehnt zu werden.
zweifelsreif umsäumt die haut
in der liebe wird er schwach
möchte jeden buchstaben verflüssigen, bis er verbleicht
er wird warten bis zur wiedergeburt
er fühlt sich so klein im glanz ihrer existenz,
im schein ihrer seele
in hingabe, ohne >falsche< scham;
tränende angst




(feber 2012)

k'a't'z'e'n'j'a'm'm'e'r'i'm'j'ä'n'n'e'r'

nun,
ich gehe ihn mich hinein. fokus.
das einzige [das wahrhaft einzige], was sich für mich LEBENS-WIRKLICH anfühlt [glaubwürdig] ist hass, und zwar selbsthass.
hass auf mein gesamtes wesen.
der hass reißt mich zusammen, nicht ich.
jetzt schreibe ich glücklicherweise bei vollem bewusstsein -- der hass wirkt,
er zertritt die dumpfe entfremdung : anscheinend das einzig heilsame.
[-]
es macht mir schon angst, wie kahlgeräumt und indifferent mein bewusstseinsfeld nun erscheint. nichts wäre mir lieber, als die kränklichkeit meiner seele = den lebensfeindlichen anteil abzubauen - ich fröne ihm nicht! - ich bin kein mensch, der sich in selbstmitleid badet ohne es nie ändern zu wollen. ich nehme es ernst.
in all der entschiedenheit meiner durchlässigen skepsis denke ich, dass ich mich nicht zu ernst nehme. täte ich es, wäre ich totgelacht.
[-]
noch immer plagt mich die entfremdung. tag für tag, sie leitet fast jeden atemzug. sie macht mir das leben schwer und unverträglich.
[-]
nach tonnen von gedanken und taten ist das, was ich zu sagen habe: ich fühle mich so verlassen, dass es weh tut. diese leere schmerzt ... ungeheurlich.
[-]
(5.1.2012)

heimatgefühl

wie fühlt sich heimat an,
losgebunden von heimaterde,
der muttersprache gewichen,
den wetterlagen getrotzt,
die seelenlandschaften behutsam wahrgenommen, nicht mehr zu betreten gewagt, da sich das betreten oft als eintreten, zertreten und vertreten erwies.
die einseitigkeit des austausches unterstrichen;
darauf reduziert - kein gemeinsames werden aneinander,
miteinander nicht möglich.


wir  werfen alle wurzeln in einen topf
bleiern schwer und hoch erhitzt
extrahieren daraus eine erträgliche brühe
oder ....ein starkes internationalitätsserum
geschmacklos?
wir
wo doch

dann – destillieren wir bis zum geht-nicht-mehr
weg mit diesem sekret, dieses andere auch
die brühe bleibt dennoch geschmacklos

die realität glaubt an keinen kompromiss von gegensätzen, da sie schon immer kompromisslos gegensätzlich war - zum glück fahren einige ihre komplexität nach und verinnerlichen sie,
mit einem puls umfassend .... merkst du es?
mach dir nichts vor.

leid, energie darauf zu verschwenden, komplexe gegensätze kurzzuschließen oder noch mehr fremde kurzschlüsse zu erfahren.
es geht um überzeugung - sie ist unerbittlich, wichtig und transformierbar - ohne sie kapitulieren mechanismen bis zum zusammenbruch.

heimat ist utopie
heimat ist sprache
heimat ist land
heimat ist umwelt
heimat sind mitmenschen
heimat ist gefühl
heimat ist notwendigkeit
heimat ist
wird zur heimat. 
 (feber 2012)

über dies

sprache wirkt wie spott, ein überstandenes fieber ///

mehrere hände zerren an einer person, an verschiedenen körperpartien: "problemzone" :: fremdbestimmung ///

in diesem sinne züchtet er sich wahrscheinlich seine eigene ideologie heran. ///

ich fühle nichts und es macht mich ... - keine worte dieser welt / meiner welt -
keine weltlichen worte könnten versuchen es auszudrücken. ///


***
das erlöschen des dochtes //
nicht alles fällt, was steigt. //
süßliche surrealität, ich spiele mit dir //
schwebe ohne materie //

Montag, 21. November 2011

*ablaufdatum unserer lebenszeichen

er hat der welt viel mitzuteilen:  er würde zweitausend seiten schreiben,
weiße seiten, mit durchsichtiger tinte vollschreiben, einkratzen, einritzen, eintanzen und einstampfen;
weil schon alles an worten geschrieben wurde.
er sucht einen gedanken inmitten aller umherwitternden,
an den er sich hängen kann, innere ruhe finden, vielleicht eine art einklang.
nun geht er wieder in sich hinein, und tritt heraus,
aus sich
von ihm aus?
ist er verloren und fiebernd
allein unter allen
ins gewebe der umwelt transplantiert
somit auch das beste von ihm fehlpositioniert

jeden tag impft er sich den gedanken ein: im hier und jetzt ist er. das ist die realität. das ist das leben.
(sein heißt hier werden; nicht immer entspricht das sein dem werden.)
nur das ist für ihn momentan das selbst-verständliche, weiters nichts.
diese innere ruhe, erreichte und kurzweilige ruhe, gleich einem atmenholen,
keine krämpfe, keine peinlichkeit,
so kostbar, weil unmittelbar und absolut erfüllend/vereinnahmend,
seine komplementärfarbe zur verdreckten farbschlacke hunderter bilder,
in HD einer innerlichkeit,
ruhe.

Samstag, 19. November 2011

*kürzlich

die welt ist klein
und meine grenzen sind riesig.
worauf ist noch verlass in meinem bewusstsein?
was ist noch glaubwürdig?
es heißt, die erinnerungsfähigkeit,
das konfigurieren von erinnerungsbildern, reanimieren von erinnerungsgefühlen sei unzuverlässig, durchgehend modifiziert.
ich weiß das, ich habe es erkannt (natürlich nicht nur ich),
also verhalte ich mich dementsprechend.
es ist nicht bloß ein sachverhalt; es wirkt so tief, so eindrücklich - wie könnte ich es verleugnen und zugleich bei(m) bewusstsein bleiben?
*
woher rührt diese entfremdung?
und wieso verfalle ich nicht einem wahnsinn, der mich auf der straße fallen und liegen und nicht wieder aufstehen lässt?
aber diese entfremdung, sie lässt mich nicht wiederauferstehen.
aus meiner asche. aus meinem alltagsstaub, angesammelt in den herzkammern. aus meiner alltäglichen asche.
sie hält mich und ich halte mich wohl an ihr.
ich könnte ein leben lang pflastersteine zählen und wäre erfüllter als durchfahren von dieser entfremdung.
es besteht so viel sinnloses an meiner welt, ich weiß nicht, ob auf jeder welt -
meine entfremdung lässt sich vor lauter sinnfreiheit, sinnlosigkeit in keine worte gießen,
in keine lebenswerte zeitdauer fassen,
sie kennt kein maß.
ich schreibe ihr entgegen - sag mir die gründe: bin ich zu taub vor lauter hinweisen und überflutet vor lauter signalen, die stimmen? kenne ich meine gründe so gut, und entfremdet sich mein ich, weil ich sie nicht verfolge, ihnen nicht gehorche?
*
todessehnsucht mag erkösen, und das äußerste (von sinnenenden) hervorlocken,
ist aber keine lösung.
*
hat es dich nicht eher kaputt gerichtet, ramponiert,
unvollendet, verkohlt und vertrocknet,
narkotisiert, und tatenlos gemacht,
daran zu denken, den tod als möglichkeit weiterzuleben zu empfangen?
du hast dich im sehnen nach ihm zu lieben gelernt. du bist aufgeblüht, verglüht, du hast gelächelt und
den frieden gefunden, die nacht bis zum morgen zu verleben;
in todessehnsucht wurde jeder tag, jede nacht, jeder verlauf und ablauf zu einem einheitlichen ...
zu irgendeinem? unter dem diktat des todes wird alles egal oder krampfhaft gehalten, erwünscht, angestrebt,
das leben selbst umweint oder ausgetrieben.
du hast nicht nur einmal gefragt
oder mit dem gefühl, ein noch einzig letztes mal zu fragen, wie es dazu kam und kommt,
wo du dich doch in facettenreicher werdenden auslegungen befandest -
nicht bloß befandest, sondern befördertest.
und immer diese entfremdung.
mittlerweile fasst du es nicht, wie du es schaffst zu leben:
leben bedeutet hier - aufzustehen, sagen wir reduziert - das gefühl dieser ungeheuren entfremdung und schweifenden todessehnsucht zu kachieren, aber nicht davon loszukommen. eigentlich war das nicht reduziert gesagt, sondern eine mögliche formulierung, doch keineswegs annehmbar.
*
wie gefühle wahnsinnig machen können, und es tun,
verdrehen und sich vor worten verziehen,
bis der körper zersplittern möchte, weil er sich im vollzug des bewusstseins so anzufühlen scheint,
nein - nicht nur scheint, die logik der gefühle lässt ihn zersplittern, aber die realität nicht, auch wenn die realität ohne den körper in jeweiliger zeitspanne nicht wäre,
was wohl zwischen realität und körper existiert
es wäre keine metapher mehr << an der realität zu zerbrechen >>
so lautet die logik der gefühle:
und sie hasst es, dass metaphern so häufig fallen -
was vermögen sie dann noch auszudrücken?
nichts gemessen an der realität des körpers
nichts, das der realität des körpers gerecht und geheuer wird.
authentischer wäre es, mit einem einzigen wort, erfunden oder gefunden oder beliebig/zufällig, sein leben zu benennen oder -
ein einziges wort auszuleben ...
mit wort ist gefühl gemeint, körper, und auch realität.
wer würde, sobald er die macht dieses eines wortes erkannt hat, davon loskommen können? sei es aus liebe, sei es aus entsetzen.
wer würde keine worte in bildern erkennen?
vor allem - wer würde die schönheit von wortlosigkeit, ein erfahrbares jenseits von worten nicht verstehen?
sein leben wäre, sein einzelnes leben, ohne zusätzliches, ein beweis dieses verstehens.
alle würden verstehen, aber nicht verstehen müssen.
alle würden vestehen, weil sie nicht verstehen müssten.
*

>>> weg mit deiner ideologischen schlinge, es gibt > das verstehen < nicht, es ist immer konkretisiert, m subjekt, im hier und jetzt, nicht konjunktiv.

es sprach meine innere stimme,
die ideologiemuster ziemlich absichtslos aufzeichnet:
manchmal tust du dir besseres,
indem du die erkennbaren worte deiner inneren stimme nicht relativierst.
ich habe es selbst erfahren. <<< 

Donnerstag, 17. November 2011

*die töne ziehen schleifen

die töne ziehen schleifen, schleifen ihre routinen und unsere sinnesenden. ich weiß nicht, bewegt die musik das licht? sie dringt auf jeden fall durch körper hindurch: ich sehe nicht mehr, wo körper beginnen, aufhören, denn die seelen atmen musik aus. keine einzelnen lieder; variierendes akustikwellenanschwellen.
ich sehe den nun rötlichen farbschleier, deine haut und dein gewand synchronisierend.
die kellnerin verschüttet den bestellten wein, ihre halbherzige entschuldigung passt für dich, denn es ist dir ohnehin egal:
du siehst wie ich das vorübergehen;
wir vereinen uns in monochromer abschweife,
und verlieben uns aufs neue (das heißt diesmal neuartig und deckungsgleich) in ein band aus tönen, unkonzentriert, das wiederkehrt, relevant wie der fünfzehnte atemzug in dieser stunde.
ich stütze meinen blick in bewegungen ab;
möbiusbandartig spricht meine tanzende hand und zerplatzt ihre sprechblasen. sprechblasen, in denen worte zerfasern (durch die miteingeschlossene luft)  – sie werden zu atem¦luft.

Dienstag, 8. November 2011

[x] // ein schluck oktober 2011

ich schreibe, weil ich zu viele unabgeschlossene gedanken in mir trage und noch mehr gedanken um diese gedanken.
wie viel theorie verträgt ein mensch? (und das nicht rein theoretisch!)
[x]
ich finde es manchmal zynisch, aber andernfalls mutig, notwendig und heilsam, dinge aufzudecken, bloßzustellen, ohne hinblick auf schmerzliche oder scharfe widerstimmen. (oder doch gerade in hinblick darauf?)
dinge - das sind erlebnisse, betrachtungen, geschehnisse, sachverhalte, zwischenmenschliches, ...
[x] ist kein ding, natürlich, aber ... "ein gegenstand meiner betrachtung"? es geht doch weit über meine selbst-initiierte wahrnehmung hinaus.
empathie hin oder her -
empathie verhält sich schwer: wo liegt der rahmen von einem fremdbild/selbstbild?
zerbröckelt nicht eher das vertrauen ins selbst, bevor es seine undurchlässigen, nachvollziehbaren und stabilen rahmenlinien erkennt?
wird es nicht krankhafte irrationalität, sobald man sich ihm in durchgängigem drift >grund-los< überlässt?
ich habe schon öfter gehört: natürlichkeit ist ein konstrukt.
heute konkret feststellen dürfen: häufigkeit fällt mit wahrscheinlichkeit zusammen.
nun ist es so, dass unwahrscheinliches spitzfindig aufgefächert als originell gilt (vgl. kurze selbstbeschreibungen unserer zeit, ....). das ist natürlich, aber nicht einzigartig.
in diesen standpunkt geraten kann mich nicht die idee vertrösten, dass die mischung/kombination/permutation das einzigartige ausmacht. kein mensch ist einzigartig, vielleicht oder nur die mischung seiner züge. das schöne zeigt sich oder zeigt sich nicht, wenn man diese züge entlangfährt:
ein mensch wird zur landschaft, in der man stapft und blüten streift, willkürlich - bei aller liebe, das gehtempo eigens reguliert, mehr oder weniger oder nicht vom anderen oder von anderen geleitet;
ein mensch wird zum event
hologramm
schallraum
zwangssitzungspartner,
zeitmagnet,
imaginärem du,
grund, verstehen zu wollen.

[x], aber nicht nur [x], hat viele fragen in mir aufgeworfen:
warum nicht mediale (?) präsenz mit authentischer/körperlicher/face-to-face in realzeit/biologischer >>> ich weiß es zu umschreiben, aber nicht mit einem einzigen ausdruck, denn alle worte scheinen hintergehbare gedankengänge zu eröffnen - begrenzt, aber nicht begrenzend;

reaktion auf das, was man geschaffen hat:
wie temporär, kurz, anonym sie sein kann,
so schnell untergehen kann und zeit haarspalterisch aufwühlt und empfinden lässt.
[x] ist nicht auf seine kunstwerke zu reduzieren, im bewusstsein dessen, dass ich im grunde einen großteil, den man über [x] zu denken, zu fühlen glaubt, daraus beziehe.
will ich mich in seine bewusstseinsfelder bewegen, werfen sich wiederum verflucht praktische und/oder theoretische fragen auf

------------------------
------------------------
------------------------
du bist ein mensch \ \
          was für ein mensch! 

es reizt mich auf, mein kopf dröhnt, er verkrampft vor übelkeit und absurdität, weil meine meinung nicht zählt - tut sie das? - sag es mir, und zwar so, dass du es nie infrage stellen würdest, auch wenn du könntest.
ich erbreche vor der belanglosigkeit (meiner existenz)
brauche dein mitgefühl nicht,
ich weiß, ich verschulde mich selbstständig,
aber jetzt geht es um die missgunst darüber,
sie ist so hässlich und gemein und hirnrissig und dumm und undankbar und schäbig,
ja nichts als scham, schande und ein wirklicher grund, mich als bloßen menschen infragezustellen.

wollt ihr nicht in bewusster und voller kraft nachvollziehen, wie unsicher ihr im grunde seid, über das, worüber auch ich mir den kopf zerschlage?
wir gehen verschieden mit gegenständen um
und es ist mein fehler und meine stärke, mich ihnen hinzugeben.
ihr kotzt mich an, so wie ich mich selbst mit all den minderwertigkeitsgefühlen
und allzu menschlichen weisen

in diesem moment möchte ich alles menschliche aufnehmen und ohne worte (aus)atmen.
ich möchte die worte deiner inneren stimme hören, und sie atmen, nichts als worte atmen.
nein, ich möchte musik sein

der geschmack von utopie und zeit (und rausch)

er liebt sie, du tust es auch,
das ausmaß ist sicher unterschiedlich;
doch liebe ist für alle da.
er denkt an sie, indem er diesen augenblick für sie brennt,
er brennt,
erhabenheit in eifersucht
wie schändlich und wundervoll;
dabei will er dich nicht verletzen.
entfesselte sinneskraft
dabei hat das doch nichts damit gemein, wie frei sich gefühle unserer ethik loszusagen vermögen.
es hat damit zu tun, die idee des innersten nicht als alibi für das schlechte zu gewähren.
der aufschlag ihrer schönheit war es, der ihn behelligte,
nicht der gedanke, dass euer band auseinanderfransen könnte.
er würde bluten und halten und zuhören und reflektieren, würde dies tatsächlich passieren.

Freitag, 28. Oktober 2011

*ich zeichne ein bild

ich zeichne ein bild, wie es mir gefällt,
denn das ist, was für mich zählt.
keines vom menschen, auch nicht unbedingt menschlich,
es ist ein mensch, vielleicht derselbe wie auf dem besagten bild,
kein mentaler, ein gesehener;
ich tanze mit den kategorien um die wette -
es geht um meine zeit:
meine zeit erscheint als alles, was ich habe
was ich zu geben habe:
bilder sind zeit.

Montag, 24. Oktober 2011

---

beurteilt man die dinge, die man hat, und die dinge, die man nicht hat, anders?

Lehn dich an

Lehn dich an
Sanft
Und höre die Musik, die ohne Worte auskommt
Ihren Tönen glaubst du mehr als menschlichen Worten.
Dein Blick verliert, erfindet sich
Er findet sich in keinem anwesenden Gesicht wieder,
sondern schaut selbst die Unruhe deiner Seele,
obwohl du davon ausgehst, dass sie anderen ebenso unerträglich sich expliziert
- Für sie bist du derselbe.
Obgleich du es befürchtest
- Für sie bist du derselbe.

: Jemand möge dich an der Hand nehmen,
innehalten, dir im reineren Wohlwollen Seele ins Gesicht hauchen,
indem er spricht – und zwar von dir,
versöhnlich und besorgt, etwa verbunden :

Als dir das Verschwiegene zu schwer wurde,
weil du es getragen hast, überall hin mitgetragen, und ausgelebt
[dein Körper – ein Manifest der Sprache]
Wie konnten die dich Umgebenden und Durchdringenden dich nicht stützen und ihrerseits innehalten, die Wucht einiger Gedankenkompressoren selbstständig regeln und sich einrichten und damit abschließen?
Die Last war mächtig.
In einem Augenblick
er schien kostbarer und wesentlich und Teil deines und nur deines Kerninnersten – du hast das einfach und echt gespürt und nicht bestritten –
sprachst du die Last aus, wo du sie längst im Körperinnenraum herumwarfst, wiederholtest, flüstertest, weiterdachtest und vertontest, mit Tönen abseits umweltlicher Laute:
Sie überwältigten rekapitulierende oder gefundene Worte und ließen dich weniger im Stich als das amtierende Realitätsgefühl.

Sonntag, 16. Oktober 2011

*(im frühjahr 2011 irgendwann)

es gibt menschen, die so eigenwillig schön sind;
sie durchbrechen gängige und beglaubigte schemen.

dann gibt es menschen,
die andersheit und einzigartigkeit ablehnen.

doch was hässlicher ist - innerlichkeit und außergewöhnliche äußerlichkeit abwürgen zu wollen oder sie halbherzig, schelmisch zu feiern.
und oft weiß man da selbst nicht, wo man steht
oder doch vergeht,
bis man an seiner selbst vergeht.
vor lauter maßstäben geht die in sich vollkommene [im]perfektion verloren.

***
ich werde mich so lange aufgeben, bis nicht einmal ich mir leid tun werde.
***

innehalten,
worte atmen, worte leben.

***
unbefriedigte, unerfüllte träume führen zu entfremdung.
MAN MUSS ETWAS DARSTELLEN.
"keine künstler, sondern künstlerdarsteller."
schon verloren: ich bin zu müde für all das hier.
***

du hast zu lange an der basis gegraben.

***
das läuft unter diesen bereich // bereiche, bereiche, überall bereiche !!!
realitätspartikel verstopfen atemwege || weg mit der waagschale!
bewusst | überzeugt etwas darzustellen ist besser als zu sein, was man nicht sein kann.
machen wir uns nichts vor!
weg mit abgenutztem unfug!
katzenjammertappe

nicht der EINZIGE wird die welt erlösen.

er entfernte das säuberliche, und unterband den redestrom nicht, bevor er entsprang.

Dienstag, 11. Oktober 2011

ich und du und er und sie und es und wir und ihr und sie

ich und du und er und sie und es und wir und ihr und sie
(nicht)
(?)

***

ich mag schatten, die in der nacht durch das fenster fallen. ihre formen: schöne willkür, surreal, gleich der physikalischen erklärbarkeit.

*Happen

Es ist nicht nur das, es ist viel mehr. Damit meine ich viel mehr, was in uns drinnen steckt. Nicht nur Ballast und Scheiße, sondern viel Großartiges, Menschliches.
*
Sind mehr Worte als nötig [aus meinem Wort ] gefallen?
*
Sie horten abgefallene Lichter.
***
Spring über deinen Schatten und knalle gegen Luftwände.
Es erfüllt mich mit Trauer, Empörung und Denkimpulsen, wenn ich bedenke, wie vielen Menschen in direkter oder indirekter Weise durch Ideologien, das Leben, besser gesagt, ihre persönliche Chance aufs Leben genommen wurde. Hinzu kommt die wachsende Zahl von denjenigen, die sich wegen Ideologien das Leben nahmen. Eigentlich ist dies Gegenwart, … und gar Zukunft.
Worin liegen definierende Brennpunkte von Ideologien?
Können einzelne oder mehrere Menschen Ideologiemuster verwerfen, ohne eigene zu stricken?
Besitzt jedes Wesen eine von Menschen ideologisierte Prägung?
Wie kann man Ideologien erfolgreich und nachhaltig untergraben (ohne seine Sensibilität zu leugnen)?
***
Seit jeher lässt sich die materialistisch – kapitalistische Repräsentationskraft von der Modebranche, dem Kunstbetrieb (Musikindustrie, Literaturmarkt, …) nicht leugnen. Dazu zählen auch Bereiche der Ernährung und des Sportes. Doch haften den besagten Kosmen Dimensionen an, die anti-materiell und anti-kapitalistisch, viel eher als <natürlich>, <unverkäuflich>, <unbezahlbar>, <individuell>, <nicht-repräsentativ>, <unmittelbar> gelten möchten: Authentizität, Stilbewusstsein, Wahrnehmungsvermögen, die Auslegung der (eignen) Innerlichkeit und Körperlichkeit, Freiheit in der Lebensführung, Legitimität der gesetzten Prioritäten, eingerichtete Persönlichkeit als Balance zwischen Egoismus und Altruismus, Teilhabe an der Gesellschaft.
Diese Dimensionen vertragen sich nicht mit der Erkenntnis, dass ihre Mündung in kapitalistisch – materialistische Kanäle scheinbar nicht passiert;  viel eher dementieren sie die sie umgebende  und auszeichnende Scheinhaftigkeit, oberflächliche Meinungsübernahme, Dekadenz und perverse Zwiespältigkeit.
***

*mentale Brandblasen

Zweifel, rissig und mannigfaltig,
darüber, wie er Zeit auffasst und erfasst,
darüber, was er eigentlich bis jetzt erreicht hat,
darüber, woraufhin er lebt und arbeitet.
ZWEIFEL,        BRENNEND,
mentale Brandblasen,
Gegenteile zur Leichtigkeit,
schmerzhaft, eben so wie Schmerze erscheinen. 
Ihn verreißen die Schlüsse, die er beim Gedanken zieht, sich zu präsentieren,
seine Arbeiten, Intentionen und Ambitionen als tauglich,
ja durch Wert ausgezeichnet zu zeigen.
‚Wozu taugt das, und wen interessiert das?
Wen interessiert das wirklich?‘
Kann ihm jemand sagen und ihn dabei unter-stützen, wie er sich über diese Zweifel hinwegsetzen kann, wo er doch selbst weniger an die Notwendigkeit seines Daseins / Schaffens / Lebens / weiß das Gute was glaubt als „viele“ andere?
Ist er nicht schon oft an diesem Punkt gewesen? …  Es kostet ihn Aufmerksamkeit, Kraft, vielleicht auch Zeit, die er im Ausmaß nicht erahnt.

***

Wir geben uns musikalischen Seelenexzessen hin.
art – core
ich war überwältigt und kann dir nur damit versichern, dass sonst nichts an Worten dazu zu sagen wäre. Wenn Kunst und Kunst aufeinander prallen, entsteht diese Empfindung. Auch ein Stück Ehrfurcht. Gerade jetzt ist der Moment, allen Ballast – Sorgen, Zweifel, den zerfressenden Blick und die verätzende Einsicht – abwerfen zu wollen.
Erklärungswut, vinylschwarz verdichtet.

>>>

Nimm Platz.
Ich spüre den Gürtel um dein Herz:
Last, Kummer, Leere, Überhitzung, Zweifel, zeitlebens erfahrene
- Ich gehe in mich und suche nach Worten –
Zeitlebens erfahrene Zustände.
Die Last nicht zu verinnerlichender Meinungen, offensichtlicher und dominanter Meinungen, bestimmender Meinungen – das Nervöse lag im Getöse, nicht der Vielfalt selbst, sondern im unerbitterten, verunsichernd durchlässigen, unruhig wechselnden Standpunkt.
>>>
Fasse an dein Herz,
Tränen könnten den Himmel zerreißen;
Höre auf die rührendste Stimme inmitten deiner und umgebender//eingebender Stimmwirrnisse.
Spürst du, wie sie sich karthatisch erhebt?
Spürst du, wie mitgenommen, leise flackernd und fast selbst – vergessen …
Sie hat dich nie verlassen und von der Geburt an begleitet, auch wenn du es nicht geglaubt hast
Und es absolute Momente gibt – ewiglich – wo du es nicht glauben kannst.
Es ist die Stimme der Hoffnung. Deiner Hoffnung als Prinzip aller Energien.
Deine Hoffnung:
Getreten
Relevant
Verhöhnend
Versöhnend
Blind,
untragbar,
unmöglich
Das Wesen von einem Selbst
Das, was dich zu leben nicht abhält, wenn du es nicht willst und auspressen musst.

Ich appelliere an sie.
Du bist ein Mensch,
nicht irgendeiner, kein abgeschlossener, weder absonderlicher noch der besonderste,
aber deine innere Stimme, sie macht dich zum bestmöglichen Werk eines Selbstentwurfs.
Ich glaube, sie hat nicht im Sinn, dich scheitern zu sehen oder absichtlich scheitern zu lassen:
Lass sie nicht verstummen, entmündigen, wenn dich jeder  und alles verlassen.

*ehrlich

manches mal würde ich nichts anderes tun wollen
außer an einem ort, wo nur ich bin
und mich niemand sieht, niemand sehen kann und niemand sehen wird,
meine venen zu öffnen und auszubluten.

Dienstag, 4. Oktober 2011

*O

ich hatte viele bäume des lebens gesehen, ein ganzes feld; in der weite konnte ich weitere nicht sehen, bloß erahnen. jetzt befand ich mich in der mitte. alle gerodet. von wem, weiß ich nicht. Wofür eigentlich auch nicht. zerborstene stümmel. manche so dünn, jung und bereits eingeknickt. sie waren mehr oder weniger symmetrisch angesiedelt.
vielleicht wirkten die reihen von oben wie strahlen und mein kopf wie ein winziger, kaum erkennbarer sonnenkörper. nachts konnte er nichts erhellen. die strahlen natürlich ebenfalls nichts. doch jetzt war tag, also die unvereinbarkeit meiner strahlfähigkeit und der nacht nicht sichtbar.
ich stand auf dem besagten feld:
die baumreste, unentfernt, symbolisierten keine menschen. in gleichem grade symbolisierte mein kopf ebenso wenig einen maßstab oder ein zentrum. ich entstand als gezeichnete figur, die umgebung war gezeichnet, und alle worte waren gezeichnet.
>> weltbildnerisch <<
ich entstand und das umgebende. mein vergehen war bestimmt, auch wenn ich nicht weiß, wofür. meine silhouette wollte keinen begut- oder beschlechtachtenden blicken ausgesetzt werden. Sie wollte nicht als ästhetische aufladung dienen.
es kehrte die nacht ein, so war ich doch kein leuchtkörper, wie gesagt. die sonne schien und welkte, der mond schien und welkte, aber die beiden bedeuteten ohnehin schon lange nicht mehr den tageseinklang oder tagesausklang für mich. (wenn ein tag 24 stunden hat, wie man behauptet und lehrt und weiß, … ich möchte nur erwähnt haben, dass die nacht da inbegriffen wird … richtig?)
nur auf dem papier, welches noch niemandem gezeigt wurde.
wird es zerknüllt, und weggeworfen, bevor es allen außer dem zeichner nicht erblickt wurde, existiert es nicht mehr. und selbst der zeichner kann es vergessen. 
selbst wenn andere es erblicken … falls jemand hinschaut, sieht er es nicht immer und nicht unbedingt. so verhält es sich mit vielen blickenden menschen. ich kann das verstehen und akzeptieren, doch mich strapaziert nicht zu wissen, bei wie vielen es sich so verhält, und darüber wie vielen dies bewusst wird. es beschäftigt mich jedoch nur ein bisschen.

*gesch(w)enkt // eine falle aus zusammenhängen

er fand ein papier,


ICH BIN NICHT FÜR DIESE WELT GESCHAFFEN.
es interessiert niemanden, und das sage ich ausgehend von meinen freunden.
wie sehr das vernichtet . . .
kann man sich DAS vorstellen?
ich will grau werden.
nicht scheinen.
nicht scheinen.

woraus soll ich meinen wert beziehen?
aus dem, was ich bisher erreicht habe? aus dem worin meine ziele liegen?
aus dem, was andere von mir halten und wie sie mit mir umgehen?

er legte sein leben auseinander,
streifen für streifen; mit leben war all das gemeint, was ihn unersetzbar, strahlfähig und sinnvoll machte . . .
zumindest all das, dessen er sich bewusst war.



einsam wie das eigene weinen.
und bitter, genauso bitter wie einsam, so umfassend.
umfassend wie ein einziger gedanke, der sich selbst wiederholt,
in derselben wortfolge, im selben ausgang,
in diesem zustand, die ahnung an andersartige, einfallende wortfolgen gar nicht aufkommen lassend.



könnten worte (etwas) bedeuten, aussagen, ausdrücken, ankommen, versetzen ...
könnten worte gehorchen, funktionieren, glücken, lebenslinien (ein)zeichnen ...
könnten worte (auf)leben lassen, würde dich dieser zustand erreichen und du würdest ihn verstehen.
du würdest ihn verstehen und nicht ein wort, nicht einen satz sagen können, ohne davon überzeugt zu sein;
grundehrlich, vor allem frei vom herzen weg.

du würdest die streifen aufsammeln,
durcheinander,
verbinden wollen, doch könntest du es nicht,
weil du ihn in seiner wahrheit verstündest.

und du würdest umdenken und deine wahrheit würde regelrecht aufglühen, blenden, licht spenden,
doch befindest du dich im spielraum unserer selbst.
deine wahrheit wandelt seinen zustand um
- mit feinfühligen, tastenden fingern -
sag ihm, du meinst das eben ernst,
wo er es doch nicht glauben kann.



[worte werden zu (auf)wänden]

*du

du siehst diese menschen in ihrer heranreifenden lebensfähigkeit,
du - nur mehr ein stück herabgesetzter masken. bewegend wie ein stillstehendes pendel.  wirksam wie einfallende sonne auf verbrannter haut. schön wie ein vergessenes lied.